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Unser Neoprenanzug-Guide: so findest du den richtigen!

Der Neoprenanzug

Ein Segen für alle, die ihren geliebten Wassersport auch außerhalb heißer Sommermonate und entfernter Palmenstrände ausüben wollen. Ein Neoprenanzug erlaubt es dir, deinen Lieblingssport auch in kälterem Wasser zu genießen, indem er deine Körpertemperatur hoch genug hält und damit Unterkühlungen verhindert. Ob Taucher, Triathlet, Kayaker oder Surfer. Es gibt mehr als nur eine Sportart, bei der ein Neoprenanzug dazu beiträgt, dass es Spaß macht und nicht nur kalt ist.

Aber nicht alle Sportarten haben die gleichen Ansprüche an den Neoprenanzug. In diesem Text geht es um den Neo, der dich beim Wellenreiten warm hält. Fürs Surfen ist es besonders wichtig eine gute Balance zwischen Bewegungsfreiheit für den Surfer und gleichzeitig genug Wärmeisolation herzustellen. Neoprenanzüge fürs Surfen gibt es in einer großen Breite an verschiedenen Dicken und Styles. Welcher Anzug für dich der richtige ist und wie du ihn findest, wollen wir dir in diesem Artikel erklären.

Materialien

Wie der Name schon sagt sind Neoprenanzüge aus Neopren. Neopren ist allerdings nur der im deutschen Sprachgebrauch verbreitete Name der Marke. Tatsächlich heißt das Material Chloropren-Kautschuk und ist ein Synthesekautschuk. Neopren ist ein extrem wasserresistenter Stoff. Die wärmende Funktion des Stoffes entsteht dadurch, dass das Neopren eine Wasserschicht zwischen Körper und Anzug einschließt, die durch sich durch die Körperwärme erhitzt. Gleichzeitig hält der Neoprenanzug das kalte Wasser draußen. Außerdem sind extrem kleine Luftpölsterchen im Neopren, die dafür sorgen, dass keine Wärme verloren geht und dass der Anzug leichten Auftrieb bietet.

Dicke

Eine der wohl wichtigsten Eigenschaften, auf die bei der Auswahl eines Neoprenanzugs zu achten ist, ist seine Dicke. Je nach Wasser- und Wetterbedingungen, bei denen du Surfen willst, ist ein anderer Neo nötig. Während man in Bali vielleicht mit einem dünnen (2mm) Shorty oder einem Lycra auskommt braucht man dagegen in Irland einen 5/6 mm dicken Ganzkörperanzug, sowie (Hand-)schuhe und eine Mütze.

Neoprenanzüge sind je nach Nutzungssituation also unterschiedlich dick. Normalerweise gibt es sie in Dicken von 1-6 Millimetern. Ein Anzug weist an verschiedenen Stellen unterschiedliche Dicken auf. Die Körpermitte wird durch dickeres Material wärmer gehalten und an den Schultern, Armen und den Beinen ist das Material dünner um bessere Beweglichkeit zu ermöglichen. Durch diese zwei unterschiedlichen Dicken erhält der Neopren seine aus zwei Zahlen bestehende Beschreibung der Dicke. Ein 3/2 Neoprenanzug ist also 3mm dick an der Körpermitte und 2mm an den Extremitäten.

Typen

Nicht nur die Dicke auch der Schnitt eines Neoprenanzuges haben einen Einfluss darauf, wie warm er dich hält. Die unten stehenden Temperaturen sollen nur als grobe Richtlinie verstanden werden. Je nach Lufttemperatur, Wind und wie viel du dich bewegst und wie Kälteempfindlich du bist kann sich ändern, welchen Neo du auswählen solltest. Zunächst wollen wir dir aber die unterschiedlichen Typen von Neoprenanzügen vorstellen. 

Lycras, Rashguards, Surf Tees 

Ab einer gewissen Wassertemperatur braucht man eigentlich nicht mehr unbedingt einen Neoprenanzug. Da man aber nur im Bikini oder Boardshorts der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist und auch das gewachste Board deine Haut aufschürfen kann empfehlen sich Lycras, Rashguards und Surf Tees. Dies sind genau genommen natürlich keine Neoprenanzüge, sie sind nicht mal aus Neopren aber werden hier der Vollständigkeit halber erwähnt. Lycras sind hauteng, Surf Tees etwas weiter. Beide sind aus leichten, schnell trocknenden Materialien hergestellt und du kannst sie einfach in die Waschmaschine stecken. In tropischen Gewässern über 23°C bist du damit bestens ausgestattet für die nächste Session.

Neoprentops, Surfleggings und Shorts 

Auch wenn Wasser- und Außentemperatur warm sind, im Wasser kühlt man deutlich schneller aus. Das heißt bei längeren Surfsessions bietet es sich an Neopren-Tops und Shorts sowie Surfleggings zu nutzen. Gegenüber Lycras bieten sie eine bessere Wärmeisolation und einen besseren Sonnenschutz. Das selbe gilt für Neoprenwesten, die sich auch unter dem Wetsuit als extra Wärmepolster tragen lassen.

Springsuits und Shorties (0,5 – 3 MM)

Springsuits und Shorties sind kurze Neopreananzüge, die es in verschiedenen Schnitten mit verschiedenen Features gibt. Sie unterscheiden sich in Ärmel- und Beinlängen und in Art des Kragens, halten aber in allen Varianten deine Körpermitte warm genug. Das Wasser sollte aber trotzdem über 20°C warm sein.

Steamers (2 – 6 MM)

Als Steamers bezeichnet man die klassischen Neoprenanzüge mit langen Ärmeln und Beinen. Varianten davon sind zum Teil kurzärmelig oder mit Kapuze für besonders kaltes Wasser. Ein langer Neopren ohne Ärmel wird auch als Long John bezeichnet und bietet eine optimale Bewegungsfreiheit für die Arme. Diese Ganzkörperanzüge bieten den breitesten Einsatzbereich und optimalen Schutz. Sie unterscheiden sich in ihrer Dicke, der Nahtkonstruktion, ihrer Windresistenz und Fütterung.

3/2 Steamers

3/2 Neoprenanzüge sind ideal für den Sommer bei Wassertemperaturen zwischen 15°C und 20°C. Aber bei guter Fütterung kann dich ein gefütterter 3mm-Suit mit windabweisendem Neopren auch in kälterem Wasser noch warm halten.

4/3 Steamers

Wenn es kalt und windig ist, dann ist ein 4/3 Millimeter Neoprenanzug dein bester Freund.  Darin macht eine Surfsession genauso viel Spaß wie an wärmeren Tagen. Falls du auch an den normalerweise ungeschützten Stellen Wärme brauchst, empfehlen wir Booties, Handschuhe und Mütze mit derselben Materialstärke.

5 und 6 mm Steamers

Wenn du auch im Winter in die Wellen willst, oder gerne in ganzjährig kalten Gebieten surfst, dann benötigst du einen Neoprenanzug mit einer Materialstärke von 5/3 mm, 5/4 mm oder sogar 6/4 mm. Unter solchen Bedingungen brauchst du definitiv auch Neopren-Accessoires um deinen Wärmeverlust zu minimieren.

Welcher Neo bei welcher Temperatur?

Wassertemperatur Neoprenanzug Art
über 23°C Rashguard & Boardshorts
19 - 23°C Springsuit oder Shorty
15 - 20°C 3/2 Steamer
12°C - 17°C 4/3 Steamer + Booties
9 - 13°C 5/3 oder 5/4 Steamer + Booties + Kapuze
unter 9°C 6/4 Steamer + Booties + Kapuze

 

Charakterisierende Eigenschaften

Verschluss

Bei dem Reißverschluss des Neos liegt die erste Wahl meistens zwischen Backzip (der Reißverschluss liegt am Rücken) und Chest Zip (der Reißverschluss geht horizontal über die Brust). Einen Frontzip haben meistens nur Springsuits oder Shorties, die in warmen Wasser genutzt werden.  Backzip Neos erlauben dir ein einfaches Anziehen, sind dagegen aber nicht so gut darin das Wasser davon abzuhalten hinten in den Neopren zu laufen und können die Bewegungsfreiheit einschränken. Neoprenanzüge mit Chest Zip sind dagegen schwieriger anzuziehen, aber besser geeignet bei dickeren Neos und kälterem Wasser, da sie das Wasser effektiver davon abhalten in den Nacken einzudringen. Es gibt auch Neos ohne Reißverschluss, die dem eintretendem Wasser keine Chance lassen. Durch die sehr kleine Öffnung ist es schwer reinzukommen, aber die uneingeschränkte Flexibilität beim Surfen machen das wieder wett.

Verarbeitung

Tape

Wenn man Neoprenteile zusammen näht, dann lassen die Löcher in den Nähten das kalte Wasser durch und machen damit die Funktion des Anzugs so ziemlich zunichte. Außerdem sind solche Nähte nicht stark genug um dauerhaftes Dehnen und Ziehen beim An- und Ausziehen standzuhalten.  Daher kam irgendwann die Idee auf die Nähte zu tapen und damit die Löcher der Naht zu verdichten und dem Anzug eine längere Lebensdauer zu verleihen. Das Tape besteht aus einer einem starken Nylonstoff mit wasserfester Rückseite. Mit Hilfe von Hitze oder einer chemischen Reaktion wird der Nylonstreifen mit dem Neopren verschmolzen und so eine wasserdichte Versiegelung der Nähte hergestellt.  

Kleber

Die Nähte im Anzug zu kleben ist eine vergleichbare Lösung für die oben genannten Probleme, allerdings reicht Kleber allein oft nicht aus. Daher wird Kleben oft mit Tapen kombiniert um den Nähten mehr Stärke zu verleihen.

Verschiedene Nähte

Es gibt verschiedene Arten zu nähen, die mehr oder weniger wasserdicht sind und daher meist mit einer der obigen Methoden kombiniert werden müssen. Die wohl am meisten genutzte Nähart für wasserfeste Stoffe ist der Blindstich. Dabei werden die Stoffteile so zusammengenäht, dass die Nadel nicht komplett durch das Material durchsticht und somit keine Löcher im Neopren entstehen, die das Wasser durchlassen könnten. Trotzdem sind die Nähte stark genug um die Stoffteile gut zusammenzuhalten.

Accessoires

Gerade in kälterem Wasser reicht es oft nicht nur einen Neoprenanzug zu tragen, denn auch die Füße, die Hände und der Kopf können kalt werden. Daher gibt es auch für die vom Anzug nicht bedeckten Körperteile das passende Neopren Accessoire.

Schuhe

Selbst wenn es nicht so kalt ist, können Neoprenboots deine Surfsession verbessern. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn du an einem Riff surfst, oder du einen schmerzhaften Weg ins Wasser zurücklegen musst. Natürlich gibt es aber auch Schuhe, die deine Füße warm halten sollen. Neoprenschuhe kommen in unterschiedlichen Dicken und Formen, manche sehen aus wie Socken mit Gummisohle, andere teilen den großen Zeh von den anderen für mehr Gefühl auf dem Board.

Mütze

“Setz deine Mütze auf, die meiste Wärme geht am Kopf verloren” das hat meine Mama schon immer zu mir gesagt. Und tatsächlich, mit einer Mütze auf dem Kopf ist es nicht nur direkt wärmer, sondern gerade an windigen Tagen schützt du auch deine Ohren vor dem unangenehmen Surfer Ohr. Surfmützen sind aus dem gleichen Neopren gefertigt wie ein Anzug. Sie können entweder direkt mit dem Anzug als Kapuze verbunden sein oder als extra Accessoire angeschafft werden. Viele Mützen haben einen kleinen Schirm, um deine Augen vor Sonne und dem Wasser zu beschützen. Je nach Bedarf sind die Mützen unterschiedlich dick. Mützen sind neben dem Neo selbst wohl das wichtigste Accessoire. 

Handschuhe

Mit kalten Händen wird der Take Off ganz bestimmt nicht besser und die Surfsession vor allem kürzer. Mit einem Paar Handschuhen wird dein Neoprensystem komplett. Wie die anderen Accessoires auch gibt es Neoprenhandschuhe in den unterschiedlichsten Dicken, sodass für jede Temperatur was dabei ist. Neben dem Wärmevorteil bieten unterschiedliche Formen der Handschuhe auch eine Vereinfachung des Surfens, indem sie zum Beispiel in Fäustlingform einen größeren Wasserwiderstand bieten und so das Paddeln vereinfachen.

Der richtige Fit

Ein Neoprenanzug kann noch so teuer sein und top Eigenschaften haben, wenn er nicht richtig sitzt, wird er dir keine Freude bereiten. Denn der Neo kann dich nur warm halten, wenn gerade richtig viel Wasser zwischen ihm und deinem Körper ist, dass sich aufheizen kann. Ist der Neo zu groß dann kann sich das Wasser nicht genug aufwärmen, ist der Neo zu klein ist nicht genug Wasser zum aufheizen da. Der Neo sollte also eng anliegen, dich aber nicht in deiner Bewegungsfreiheit einschränken und vor allem auch keins deiner Körperteile abschnüren.

Daher ist es am besten den Neo vor dem Kauf anzuprobieren und sich darüber im Klaren zu sein, in welchen Bedingungen man ihn verwenden will.

Hoffentlich hilft euch unser kleiner Neo-Guide bei der Wahl des richtigen Wetsuits und beschert euch noch mehr Spaß in den Wellen! Wenn ihr in diesem Sommer erst anfangt mit dem Surfen, bekommt ihr natürlich einen Neo von uns gestellt in den Surfcamps Frankreich und in den Surfcamps Spanien.

 

 

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