Reisen mit dem Surfboard


Reisen mit dem Surfboard

Hat man nach einigen Surfkursen ein gewisses Level erreicht, kann man auch schon mal im Urlaub auf eigene Faust surfen gehen. Hierfür gibt es vielerorts die Möglichkeit, das Material gegen eine Gebühr zu mieten. Hat man bereits genug Erfahrung und auch schon sein eigenes Material, so will man das auch im Surfurlaub nutzen. Daher stellen wir euch die verschiedenen Möglichkeiten vor, mit eigenem Surfboard zu reisen und geben euch Tipps, wie ihr dabei den Transport eurer Surfausrüstung am besten gestaltet.

Bevor ihr jedoch euer Equipment in das dementsprechende Gefährt packen könnt, solltet ihr es sicher verpacken. Dies gilt vor allem für Reisen mit dem Flugzeug, da hier mit den Gepäckstücken schon mal recht ruppig umgegangen werden kann. Aber auch für Reisen mit dem Auto, Zug oder Bus lohnt sich das sorgfältige Verpacken des Boards.

Ein gut verpacktes Surfboard ist auf Reisen die halbe Miete – Surfboard Bags

Habt ihr noch nicht den passenden Surfboard-Bag für euer Surfbrett gekauft? Dann lest unsere Tipps zum Kauf eines Surfboard Bags. Besitzt ihr bereits die perfekte Bag, dann könnt ihr euch direkt im Folgenden über das sichere Verstauen eures Surfboards auf Reisen informieren.

Wie packe ich mein Surfboard sicher ein?

1. Demontiert die Finnen von eurem Surfbrett. So wird es kompakter und die Finnen gehen beim Transport nicht kaputt. Anschließend wickelt ihr die Finnen zusammen mit dem “Fin Key“ (WICHTIG: Nicht vergessen! Besser zweimal checken!) in ein Handtuch und packt es später zu eurem Surfboard in die Bag. Sind die Finnen angeleimt, empfiehlt sich eine “Fin Box“. Diese sind nicht sonderlich teuer. Als Alternative könnt ihr sie auch aus einem Styroporblock (aus dem Baumarkt) selbst basteln.

2. Entfernt das alte Wachs von eurem Board, da ihr es sonst geschmolzen in eurer Boardbag klebend wiederfinden könntet. Wer mehr über das Entfernen von Wachs erfahren will, klickt hier.

3. Besorgt euch aus dem Baumarkt Schaumstoff-Isolationshüllen, wie ihr es bei Dämmungen von Rohrleitungen kennt. Diese könnt ihr über die Rails eures Surfboards stülpen und mit Klebeband befestigen. Wickelt zuvor euer Brett mit Folie ein, damit ihr dann keine Klebereste des Tapes auf eurem Surfboard habt.

4. Schützt die besonders anfälligen Teile (Nose, Tail) eures Boards, indem ihr Kleidung, die ihr sowieso mit auf eure Reise nehmen wollt (z.B. Wetsuit), oder Handtücher um diese Bereiche wickelt und festklebt. Luftpolsterfolie (die mit den großen Blasen) eignet sich hierfür auch prima.

Tipp: Ihr könnt auch in einem Surfshop nachfragen, ob diese noch die Verpackung von neu gelieferten Boards da haben.

5. Für zusätzliche Polsterung könnt ihr nun das gesamte Brett mit Luftpolsterfolie umwickeln oder es in ein Stretch Sleeve (Surfboardsocke) packen.

6. Steckt nun das gut gepolsterte Surfbrett in eure Surfboard Bag und füllt noch freie Stellen mit weiterer Kleidung, Handtüchern oder Polsterfolie aus. Vergesst jetzt nicht die Finnen und den Key mit einzupacken! Packt auch das Klebeband für die Befestigung beim Rückflug mit ein.

7. Zum Schluss könnt ihr noch außen auf eure Surfboard Bag die Aufschrift “top load“ oder “fragile“ anbringen. Jetzt müsst nur noch ihr heil und gesund am Urlaubsziel ankommen und dann steht dem Surfen nichts mehr im Weg ; )

Tipp: Checkt euer Surfboard direkt am Flughafen auf eventuelle Beschädigungen, da ihr dort gegebenenfalls Schadensersatz verlangen könnt.

Reisen mit dem Flugzeug

Ist euer Surfboard einmal sicher in der Boardbag verstaut, so ist das Reisen mit dem Flugzeug wohl die schnellste und entspannteste Möglichkeit, um an euer jeweilig geplantes Surfziel zu gelangen und auch weiter entfernte Spots unkompliziert zu erreichen. Bevor ihr jedoch den Flug zu eurem Surfdomizil bucht, solltet ihr einige Punkt beachten.

1. Vor der Flugbuchung solltet ihr zunächst prüfen, bei welchen Airlines die Mitnahme eures Surfboards überhaupt möglich ist. Beispielsweise sind bei British Airways größere Surfboard Bags als 6,3 ft (190 cm) nicht erlaubt oder bei Lufthansa nur Surfbretter bis maximal 6,7 ft (2 m), was die Mitnahme vieler Bretter schon mal ausschließt. Also beachtet die Vorgaben bezüglich der Maximalmaße und des Maximalgewichts.

2. Darüber hinaus ist es lohnenswert, nicht nur die Preise für euren Sitzplatz, sondern ebenfalls die Preise, die für Sperrgepäck anfallen, zu vergleichen, denn bei manchen Fluggesellschaften zahlt man richtig viel Geld fürs Sport- bzw. Surfgepäck. Deshalb könnt ihr durchaus mit einem teureren Flugticket billiger wegkommen als bei der Buchung einer Billig-Airline. Hier findet ihr eine Auflistung der Gepäckzuschläge für Surfbretter der bekanntesten Airlines.

3. Habt ihr euch für eine Airline entschieden, besteht dann meist die Möglichkeit, die Mitnahme eures Surfboards einige Zeit vorher online zu buchen. Dies ist empfehlenswert, da oftmals die Kapazitäten für Sportgepäck begrenzt sind. Solltet ihr euch entscheiden, erst beim Check-in euer Zusatzgepäck anzumelden, so ist es ratsam, 24 Stunden vor Abflug bei der Airline anzurufen, um die Mitnahme vorab bestätigen zu lassen. Checkt auch nochmal die Gepäckvorgaben, nehmt ausreichend Geld zur Bezahlung der Gebühren vor Ort mit und erscheint am Tag des Abflugs rechtzeitig am Check-in-Schalter.

Reisen mit dem Auto

Habt ihr die Möglichkeit, so könnt ihr nahegelegenere Surfurlaubsziele auch gut mit dem Auto erreichen. Das Reisen mit dem eigenen Auto kann sogar billiger als mit anderen Verkehrsmitteln sein. Zudem seid ihr vor Ort mobiler und habt die Möglichkeit verschiedene Surfspots anzufahren. Oftmals sind auch die Spritpreise im Ausland billiger und ihr könnt flexibel eure eigene Route planen. Je nach Urlaubsland können jedoch Mautkosten anfallen, die ihr berücksichtigen müsst. In manchen Fällen findet man auch eine Mitfahrgelegenheit, die euch und euer Surfbrett mitnimmt (verschiedene Mfg-Internetportale oder z.B. in der Facebook-Gruppe „Mitsurfbörse“). Für den Transport der Surfboards mit dem Auto gibt es zwei Möglichkeiten: entweder auf dem Dach oder im Wagen.

Transport auf dem Autodach

Für den Transport eures Surfboards auf dem Autodach solltet ihr euer Brett am besten geschützt in eurer Surfboard Bag transportieren. Bei kurzen Strecken zum Strand geht es auch ohne Tasche. In beiden Fällen benötigt ihr gepolsterte Dachträger. Ihr könnt euer Surfboard entweder mit Handtüchern polstern oder euch spezielle Polster für Dachträger besorgen. Das Board wird mit der Nose nach vorn und den Finnen nach oben zeigend auf dem Autodach mittels anerkannten Spanngurten, die nach dem Festziehen ihre Spannkraft nicht mehr verlieren dürfen (ACHTUNG: einfache Seile oder Gummibänder sind nicht zulässig), befestigt. Bei mehreren Surfbrettern kommt das längste nach unten und die kürzeren oben drauf. Dabei liegen die Bretter versetzt, sodass die Finnen nicht das darüber liegende Brett beschädigen. Die Spanngurte werden über die Surfboards und parallel unter dem Dachträger entlang angebracht und abwechselnd, bis die Bretter nicht mehr verrutschen können, festgezogen. Die jeweiligen Enden der Gurte könnt ihr verknoten und in der Tür einklemmen oder einmal eindrehen, um störende Geräusche während der Fahrt zu vermeiden. Achtet bei den Spanngurten darauf, dass die Schnallen nicht auf einem der Surfbretter aufliegen, da sie sonst gegen das Brett schlagen und dieses beschädigen können.

Beim Transport ohne Boardbag solltet ihr die Bretter zwischenpolstern (z.B. mit Handtüchern oder einer Boardsocke), damit sie nicht direkt aufeinander liegen. Auf diese Weise verhindert ihr, dass die Bretter zerkratzen oder das Wachs auf der Unterseite eines anderen Bretts klebt. Die Leash wird entweder fest um das Board gewickelt oder im Auto transportiert.

Es gibt auch spezielle Spanngurte zu kaufen, die bereits gepolstert sind (schaut Online nach oder fragt in einem Surfshop nach “soft racks“).

Außerdem solltet ihr nachlesen, wieviel Gewicht euer Autodach aushält und bedenken, dass sich bei schwerer Dachladung das Fahrverhalten des Autos stark verändern kann. Zudem muss die Maximalhöhe für einen mit Ladung bepackten PKW, die laut Straßenverkehrsordnung 4 Meter beträgt, berücksichtigt werden.

Transport im Wagen

Seit ihr nur zu zweit oder alleine im Auto unterwegs, dann könnt ihr die Surfboards je nach Länge auch im Auto befördern; dazu einfach den Beifahrersitz umklappen und die Boards einladen. Passt beim Schließen des Kofferraums auf, dass die Bretter auch wirklich vollständig verstaut sind und ihr nicht mit voller Wucht die Heckklappe auf eure Bretter haut. Beladet niemals euer Auto so, dass Nose, Tail oder Finnen bis vor zu der Windschutzscheibe reichen, da euch sonst bei einer überraschenden Bremsaktion die Scheibe platzen kann. Außerdem solltet ihr, wie bei anderem sperrigen Gepäck, eure Boards im Auto sichern, damit sie bei einer Vollbremsung nicht durchs Auto fliegen. Am Reiseziel oder Strand angekommen, empfiehlt es sich, entweder alle Bretter mitzunehmen oder sie im Auto einzuschließen, um Dieben nicht die Möglichkeit zum Bretterklau zu bieten.

In manchen Orten kann es sein, dass der Transport von Surfboards im Auto nicht erlaubt ist, wie beispielsweise auf Fuerteventura. Hierzu am besten vorab im Internet informieren.

Reisen mit dem Zug oder Bus

Eine andere Möglichkeit, um mit eurem Surfboard an euer Urlaubsziel zu gelangen, ist das Reisen per Zug oder Bus. Auch hier ist der Transport eurer Surfbretter in einer Surfboard Bag am sichersten. Ähnlich wie bei Flugreisen müssen jedoch die Bestimmungen (Größe, Gewicht, Gebühren) der jeweiligen Gesellschaft berücksichtigt werden. Beispielsweise dürfen im Rip Curl Express nach Frankreich nur Bretter mit einer Maximallänge von 6,6 ft (2 m) mitgenommen werden. Das Busunternehmen Eurolines nimmt Surfboards nur in Ausnahmefällen mit und der TGV erlaubt den Transport von Surfboards im Gepäck-/ Fahrradabteil nur dann, wenn diese leicht handzuhaben sind.

Die Vorteile bei dieser Art zu reisen sind, dass ihr euch entspannt zurücklehnen könnt und nicht selber fahren müsst und dass Busfahrten oftmals billiger als Flüge sind. Jedoch büßt ihr in Sachen Mobilität ein und habt teils sehr lange Fahrtzeiten bis ihr euer Ziel erreicht habt, wodurch ihr schon mal einen ganzen Tag verlieren könnt.

Von der Unterkunft zum Surfspot

Am Urlaubsziel angekommen, gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten euer Surfmaterial (geliehen oder eigenes) zum Surfspot zu transportieren. Diese Möglichkeiten und Hilfsmittel werden wir euch im Folgenden näherbringen.

Zu Fuß von der Unterkunft zum Surfspot

Es ist klar, dass man mit seinem Surfboard locker zu Fuß zum Surfspot laufen kann, wenn eure Unterkunft direkt am Spot oder in direkter Spotnähe liegt. Am leichtesten lassen sich die kürzeren Boards, wie Shortboards, tragen. Hierbei reicht zum Schutz eures Bretts eine Surfsocke aus. Oder ihr nehmt euer Board in der Surfboard Bag mit, wenn diese einen Tragegurt besitzt. Zu zweit kann man auch gut mehrere Bretter tragen, indem einer vorne die Bretter rechts und links von sich unter die Arme klemmt und der andere es diesem mit den beiden Boardenden gleich tut. Die Leashes wickelt man am besten fest um das jeweilige Brett. Beim Tragen zeigen die Finnen nach innen und die Nose in Laufrichtung, so könnt ihr niemanden verletzten, sollte ein Windstoß euch und das Brett drehen. Habt ihr zu kurze Arme oder surft sehr breite Bretter, helfen euch unter anderem spezielle Tragegurte oder ein “rail grabber“. Manche Leute tragen ihr Surfboard auch auf dem Kopf. Hier sollte man jedoch aufpassen, dass man es nicht fallen lässt oder es der Wind herunter weht. Ihr müsst für euch selbst herausfinden, wie ihr das Board am einfachsten tragen könnt.

Mit dem Fahrrad oder dem Motorroller von der Unterkunft zum Surfspot

Bei einer etwas größeren Entfernung eurer Unterkunft zum Surfspot können bei einem straffen Walk zum Strand mit Surfboard eure Arme schon mal sehr schwer werden und ihr kommt schon total fertig am Spot an. In diesen Fällen empfiehlt es sich, mit dem Fahrrad oder Motorroller zu fahren. Hierfür gibt es zum Transport des Surfboards spezielle Halterungen zu kaufen oder mit etwas handwerklichen Geschick kann man sich diese auch ganz einfach selbst bauen. Das Surfbrett wird an der Seite in die Halterung gelegt und mit Gurten festgeschnallt. Es gibt auch die Möglichkeit, einen Art Surfboard-Fahrradanhänger zu kaufen, auf dem das Board aufgelegt und festgeschnallt wird und somit hinter euch her fährt (Quiksilver bietet sowas beispielsweise online zum Kauf an).

Mit dem Auto/Mietwagen von der Unterkunft zum Surfspot

Die entspannteste und praktischste Lösung, um mit den Surfboards von eurer Unterkunft zum Surfspot zu gelangen, ist die mit einem Auto oder Mietwagen. Wie ihr eure Bretter am besten mit dem Auto transportiert, könnt ihr hier nachlesen.

Bei einem Mietwagen solltet ihr eine Unterboden- und Reifenversicherung abschließen, da die Wege zu den Surfspots schon mal sehr holprig werden können und ihr somit bei Beschädigungen optimal abgesichert seid. Außerdem solltet ihr darauf achten, nicht zu viel Sand und Dreck ins Wageninnere zu tragen, um mögliche Reinigungskosten für den Innenraum zu vermeiden.

Mit dem Bus von der Unterkunft zum Surfspot

Habt ihr keine Möglichkeit ein Auto zu mieten oder sind euch die Mietwagenpreise zu teuer, dann könnt ihr euer Surfboard auch mit den Linienbussen an eurem Surfdomizil zum Spot transportieren. In den meisten Fällen sollte das kein Problem sein, außer der Bus ist zu voll. Dann kann es passieren, dass ihr auf den nächsten warten müsst. Manche Busse, bspw. auf Fuerteventura (Corralejo), nehmen eure Boards in der Gepäcklade mit. Sonst solltet ihr die Bretter in eurer Boardbag oder einer Socke verstauen, damit der Bus sauber bleibt und ihr kein Problem mit dem Busfahrer bekommt. Je nach Busorganisation kostet die Mitnahme extra oder ist kostenlos.

Mit dem Taxi von der Unterkunft zum Surfspot

Wenn alle Stricke reißen und ihr schnell und dringend an den Surfspot wollt, weil gerade mega Wellen laufen, dann könnt ihr auch versuchen euer Brett im Taxi mitzunehmen. Bevor ihr jedoch enttäuscht mit euren Surfbrettern wieder zurück in die Unterkunft müsst, weil euch keiner mitnehmen möchte, solltet ihr euch vorab informieren, ob die Taxifahrer in eurem Urlaubsort Surfboards mitnehmen und euch über die Extrakosten schlau machen. Zudem werden dann die Bretter oft nur provisorisch auf dem Dach mit Gurten befestigt, da die meisten Taxen nicht über Gepäckträger verfügen. Vielleicht habt ihr aber Glück und ihr erwischt ein Großraumtaxi, in welchem die Bretter im Auto mitgenommen werden können. Hierbei müsst ihr aber bedenken, dass, wenn ihr alleine oder nur zu zweit in einem großen Taxi sitz, das dann auch mehr Geld kostet.