Welches Surfboard ist das richtige für mich?


Welches Surfboard ist das richtige für mich?

Welche Ausrüstung brauche ich zum Surfen?

Das Surfen ist im Gegensatz zum Kite- und Windsurfen ein Wassersport, welcher mit weniger Zubehör und meist kleinerem Geldbeutel auskommt. Was du fürs Wellenreiten brauchst, ist ein Surfbrett, einen Neoprenanzug (auch Wetsuit genannt) bei niedrigeren Wassertemperaturen (< 20°C) bzw. Boardshort/Bikini und Lycra, je nach Spot Surfschuhe und Haube, eine Leash, ein bisschen Wachs und ab geht’s mit dem Surfboard in die Fluten.

 

Stop – einfacher gesagt, als getan! Denn neben dem richtigen Neo und dem richtigen Surfzubehör ist vor allem eines als professioneller Surfer und für den maximalen Spaß im Wasser wesentlich – das richtige Surfbrett!

Die Wahl des richtigen Surfboards hängt dabei von einer Hand voll Faktoren ab. Wichtig wäre da vor allem dein Könnerstand, deine Körpergröße sowie Gewicht und die Größe und Beschaffenheit der Wellen, die an deinem ausgewählten Spot vorliegen bzw. die du surfen möchtest.

Doch bevor wir euch die verschiedenen Boards mit ihren speziellen Features vorstellen, gibt’s erstmal einen kleinen Überblick über die allgemeine Beschaffenheit des Surfers besten Stückes!

Wie ist ein Surfboard beschaffen?

Der Aufbau eines Surfboards

Grob unterteilt werden kann ein Surfbrett in Nose, Rocker, Rail und Tail.

Die Nose

Die Nose beschreibt die Spitze des Surfboards. Allgemein kann man sagen, dass eine runde Surfbrett-Nase zu mehr Stabilität und Angleitfähigkeit verhilft. Eine breite Nose erleichtert somit den Take-Off und sollte als Einsteiger das A und O sein. Alles, was eine Spitze Nose hat, dient der besseren Manövrierfähigkeit und ist daher vor allem für fortgeschrittene Surfer geeignet mit einer größeren Bandbreite an Surf-Skills.

Rocker & die Rocker Scoop Line

Der Rocker bzw. die Rocker Scoop Line beschreibt den Radius von der Mitte bis zur Nose bzw. bis zum Tail eines Surfboards. Je nach der von der Seite betrachteten Stärke der Aufbiegung des Nose Rocker bzw. Tail Rocker erhält das Surfboard unterschiedliche Fahreigenschaften – je flacher die Rocker Scoop Line, desto schneller, je ausgeprägter, desto langsamer aber wendiger. Das heißt: in langsameren, kleinen Wellen sind flache Bretter optimal. Will man schnelle, steile (Tube-)Wellen surfen, sollte das Brett eine gewisse Aufbiegung besitzen.

Die Rails

Als Rails werden die Seiten bzw. „Kanten“ eines Surfbretts bezeichnet. Je nach Beschaffenheit tragen auch sie maßgeblich zu den Fahreigenschaften eines Brettes bei. Allgemein gilt: eher runde und dicke Kanten fördern die Auflage auf eher kleinen, langsamen und kraftlosen Wellen. Willst du schnelle und steile Wellen surfen bringen dir kantige, schärfere Rails mehr Halt in der Welle.

Das Tail

Das hintere Ende eines Surfbrettes nennt man Tail. Man unterscheidet verschiedene Bauarten. Die zwei basic Tail-Formen sind Pin und Square Tails. Alle weiteren sind Variationen dieser wie etwa Round (Pin) Tails, Squash Tails, Swallow Tails, Diamond und Fish Tails. Sie rufen jeweils individuelles Strömungsverhalten im Wasser hervor und sind in Verbindung mit der restlichen Beschaffenheit des Bretts für jeweils verschiedene Surf-Bedingungen geschaffen.

Ausführlichere Informationen dazu findest du unter der Rubrik: Welche Surfboards und Formen gibt es?

Das Deck

Neben Nose, Rocker, Rail und Tail beschreiben das Deck die Oberfläche des Boards, der Bottom die auf dem Wasser aufliegende Unterseite und der Stringer einen Streifen aus Holz, der sich durch die Mitte des Surfbrettes zieht und je nach Dicke unterschiedlich stark zur Resistenz des Boards beiträgt.

Die Finnen

Die Finnen sind ein umfangreiches Thema beim Surfen. Sie beeinflussen die Fahreigenschaften stark, daher bekommen die Surfboard-Finnen ein eigenes Kapitel.

Die Surfboard-Finnen

Die Finnen – pro Surfbrett mittlerweile bis zu fünf – befinden sich an der Unterseite des Tails am Board. Sie geben dir beim Wellenreiten je nach Anzahl unterschiedlich hohe Stabilität sowie Manövrierfähigkeit und tragen dazu bei, dass das Tail deines Surfboards hinten bleibt. Es gibt flexible Finnensysteme, die über Finnenkästen das Herausnehmen der Finnen beispielsweise für besseren Transport und Lagerung ermöglichen, aber auch Finnen, welche fest in das Surfbrett einlaminiert sind.

Bis ca. 1910 hatten Surfboards gar keine Finnen. Erst mit den Jahren kamen angefangen von einer Finne dominierend von 1920 bis 1960 in den Folgejahren immer neue Innovationen in der Finnenanzahl und -anordnung hinzu.

Man unterscheidet fünf Anordnungen von Finnen:

No Fins

  • keine Finnen – kein Scherz!, z.B. Alaia Boards
  • bis 1910 die übliche Finnenanordnung beim Surfen
  • eingesetzt an Kneeboards, Skimboards, zum Fakie-Surfen auf (Long-)Boards

Single Fin

  • eine große Finne parallel zur Längsachse, bei Longboards oft um zwei kleine, angestellte erweitert
  • erst populär Mitte des 20. Jh.
  • eingesetzt erst ausschließlich bei Longboards, nun außerdem bei Guns, Malibus und Retro-Boards

Twin Fin

  • zwei äußere, gleich lange Finnen, nach innen angewinkelt
  • in den 1970ern durch Mark Richards entwickelt
  • eingesetzt bei Retro-Boards (Fisch etc.) auf kleineren Wellen

Thruster

  • die Evolution des Surfens, meist genutzte Finnenanordnung
  • Innovation durch Simon Anderson im Jahr 1980
  • drei Finnen – eine parallel zur Längsachse, zwei parallel weiter vorn oft angewinkelt; i.d.R. alle gleich groß oder eine Große und zwei kleine Finnen
  • eingesetzt vor allem bei Shortboards, aber auch bei Malibus, Fun-Shapes

Quad

  • die Revolution in der Finnenanordnung, bei Profi-Surfern immer beliebter
  • seit 2006 regelrechte „Quad-Mania“
  • vier Finnen – zwei kleine hinten, zwei größere vorn, alle nach außen angewinkelt
  • Kombination der besten Eigenschaften des Twin-Fin und Thruster

Bonzer

    • fünf Finnen – eine große parallel zur Längsachse, 4 kleine angewinkelt weiter vorn nahe der Rails
    • bereits aus den 70ern bekannt, jedoch erfolglos
    • heute wie das Quad zunehmend beliebter – „Bonzerisierung“
    • Kombination der besten Eigenschaften des Single-Fin und Thruster
    • trotz Vorteilen bei bestimmten Bedingungen Sonderling unter den Finnenanordnungen

Ausführlichere Informationen zum jeweiligen Fahrverhalten findest du unter der Rubrik: Welche Surfboards und Formen gibt es?

No FinsSingle FinTwo Fin
ThrusterQuadBonzer

Die Leash

Beim Wellenreiten bildet die Leash quasi deine Lebensversicherung. Befestigt zum einen am Knöchel des Beines, welches auf dem Surfbrett hinten steht, und zum anderen am sogenannten Leash Plug am hinteren Ende des Boards dient die Urethan-Leine als ständige Verbindung zwischen Surfboard und Surfer im Wasser. Sie kann dein Leben retten, aber natürlich durch ungünstige Verschlaufung auch zur Gefahr werden.

Die Leash - goofy footed

Kannst du dich nicht auf deinem Brett halten, verhindert die Leash, dass dein Board unerreichbar weit weggespült und dadurch zur Gefahr für die anderen Wellenreiter im Wasser wird. Zudem dient sie dir bei einem Wipe-Out als schwimmende Orientierungs- und Aufzugsmöglichkeit zur Oberfläche.

Die Bedeutung der Leash nimmt folglich mit größerem Swell zu. Beim Kauf einer Leash solltest du deshalb auf Qualität achten und sie vor dem Wellenreiten regelmäßig auf Beschädigung kontrollieren. In einem Surfshop kannst du dich über die richtige Leash für dich beraten lassen, denn diese muss an deine Körpergröße und an die Länge deines Surfbretts angepasst werden.

Wellenreiten ist kaum vergleichbar

Du skateboardest schon seit 15 Jahren und beim Snowboarden macht dir auch keiner mehr etwas vor? Dann sollte das Wellenreiten für dich kein Problem sein. Denkst du?!

Denn nicht nur Körperhaltung, Ausrichtung auf dem Brett und Technik unterscheiden sich von den meisten Brettsportarten, sondern vor allem auch die Höhe der Bedeutung des richtigen Boards.

Für Surf-Einsteiger ist vor allem wichtig:

      • Lieber zu groß als zu klein!
      • Lieber rund als spitz!

Die richtige Brettform für Surf-Einstieger

Maximaler Spaß NUR mit dem für DICH richtigen Surfboard!

Ein kleines Shortboard mit spitzer Nose sieht zwar nice aus, wird dir aber als Einsteiger schnell den Spaß verderben. Wer Anfänger ist, braucht ein Brett mit vernünftiger Länge, Breite und Dicke und einer runden Nase. Geringe Wellenausbeute, Whipe-Outs ohne Ende, keine Steigerungsmöglichkeit und zu guter Letzt die spitze Nose im Gesicht – was ist demotivierender?

Beim Surfen geht es nicht um Prestige und Rivalität, sondern vor allem um maximalen Spaß auf jedem Level und mit dem entsprechenden Surfboard. Statt durch Selbstüberschätzung und Ungeduld voreilige Entscheidungen beim Bretterkauf zu treffen, lass dich lieber in einem guten Surfshop oder Rental beraten, leih dir verschiedene Boards und teste sie.

Welche Surfboards und Formen gibt es?

Form und dazugehöriges Verhalten des Surfbretts im Wasser

Sechs wesentliche Kriterien beeinflussen das Fahrverhalten eines Surfboards im Wasser:

      1. die Länge (1)
      2. die Breite (2)
      3. die Dicke (3)
      4. die Rocker Scoop Line (4)
      5. das Tail (5)
      6. und die Finnen (6)

Die Maße eines Surfboards werden weltweit in Foot (1 Foot = 30,48 cm) und Inch (1 Inch = 2,54 cm) angegeben.

Beispiel: 6’6” 21”1/2 2”5/8

Dieses Surfboard ist 6 Foot und 6 Inches lang, 21 1/2 Inches breit sowie an der dicksten Stelle 2 5/8 Inches dick und wäre für fortgeschrittene Anfänger geeignet.

 

      1. (1) Je länger, desto schneller! Mit längeren Brettern lässt es sich nicht nur schneller geradeaus Surfen, sondern auch einfacher anpaddeln. Das bedeutet, dass dich eine Welle eher mitnimmt und dir genügend Geschwindigkeit für einen gelingenden Take-Off gibt.

 

      1. (2) Je breiter, desto stabiler! Mit einem breiteren Surfboard kannst du auch kleinere, weniger kraftvolle Wellen durch mehr Auflagefläche und Stabilität gut surfen. Zudem erleichtert dir eine breite Brett-Nase den Take-Off. Faustregel: < 19” Breite – gute Surfer

 

      1. (3) Je dicker, desto schneller und weniger wendig! Je dicker ein Surfboard ist, desto mehr Volumen hat es. Es lässt sich folglich schneller anpaddeln und erhöht deine Wellenausbeute. Wenn du fortgeschrittener bist und die ersten Turns aufs Brett bringen willst, sollte dein Board für bessere Wendigkeit Schritt für Schritt dünner werden. Auch hier gibt es eine Faustregel:
        – zwischen 2” 3/8 und 3” – Anfänger, wenig Fortgeschrittene
        – zwischen 2” 1/4 und 2” 1/2 – gute Surfer

 

      1. (4) Je flacher, desto schneller und weniger wendig! Je flacher die Rocker Scoop Line deines Surfboards ist, desto schneller ist es; je ausgeprägter, desto wendiger. Kleine und langsamere europäische Sommerwellen surfst du besser mit flachen Brettern. Surfboards mit einer ausgeprägten Rocker Scoop Line sind für solche Bedingungen zu langsam. Willst du schnelle und steile Wellen surfen, solltest du daher ein solches viel wendigeres Brett nutzen. Flache Bretter werden unter solchen Bedingungen zu schnell, verkeilen in der steilen Wellenwand und werden schwer kontrollierbar.

 

      1. (5) Auch die Form des Tails eines Surfbrettes kann sich unterscheiden und dadurch das Fahrverhalten eines Boards enorm beeinflusst werden. Entscheidendes Merkmal ist dabei vor allem das Volumen des Tails. Es gilt dabei:
        • Je breiter das Tail, desto größer ist die Auflagefläche und der Auftrieb und umso schneller und einfacher gelingt dir das (An-)Gleiten auf der kleinen bis mittelgroßen Welle.
        • Je kantiger das Tail, desto wendiger bist du auf dem Wasser.
        • Je schmaler und spitzer das Tail, desto mehr Stabilität und Kontrolle hast du vor allem in steileren Wellen, aber umso mehr Widerstand in kleineren, kraftloseren Wellen.

Die verschiedenen Tails

        • Das schmalste und spitz zulaufende Pin Tail findest du besonders bei Guns – Surfboards für Wellen ab 3 Meter Höhe – aber auch bei Longboards. Durch eine solche, volumenarme Gestalt des Board-Hinterteils kann das Wasser ungehindert entlang der Rails fließen. Zudem sinkt das Brett stärker ins Wasser und es wird durch den Wasserwiderstand einfacher, eine Fahrtrichtung beizubehalten und eine hohe Geschwindigkeit zu erlangen. Hohe Manövrierbarkeit wird hier also kleiner geschrieben. Wellenreiter, welche vielmehr Stabilität und Zugkraft beim Surfen sehr großer, steiler oder hohler Wellen benötigen oder eher geschmeidige Turns auf kleineren, sanfteren Wellen surfen wollen, wählen diese Form des Tails.
        • Als zweite basic Tail-Form findet man am häufigsten Square und – als Variation dieser – Squash Tails an Surfbrettern. Bei beiden Bauweisen ist der hintere Teil des Surfboards voluminöser und kantiger. Je mehr Volumen das Tail im Vergleich zum restlichen Brett hat, desto mehr Kraft zum Pushen musst du aufwenden, um Turns zu surfen. Durch die Ecken am Tail, welche den Wasserfluss entlang der Rails unterbrechen und sich gleichzeitig leicht in die Wasseroberfläche graben, werden jedoch schnelle, schnittige und präzise Turn erst möglich.
        • Das Square Tail ist die ursprünglichste Tailform. Man findet es an heutigen Boards nicht mehr so oft; wenn, dann jedoch vor allem an Longboards und in kleinerer Ausführung an Shortboards. Sie sind enorm manövrierfähig.
        • Die meisten der Shortboards sind mit einem Squash Tail ausgestattet. Ihre Enden sind ebenso kantig, aber abgerundeter als Square Tails, wodurch das Brett zusätzlich zum größeren Volumen stabiler dem Wasser aufliegt. Es wird somit möglich, in größeren und steileren Wellen kontrollierter zu surfen, aber auch in sanfteren. Mit einem Squash Tail kannst du somit vielseitiger auf dem Wasser unterwegs sein.
        • Das Round Tail ähnelt in Bezug auf den ungehinderten Wasserfluss entlang der Rails und die dadurch erhöhte Fließfähigkeit dem Pin Tail. Jedoch besitzen Bretter mit Round Tails ein größeres Volumen und sind durch den erhöhten Auftrieb etwas wendiger und vielseitiger surfbar in mittelgroßen bis großen und kraftvollen, hohlen Wellen. Es wird ebenso möglich, auch in langsameren Wellen eine höhere Geschwindigkeit zu erlangen.
        • Swallow Tails findest du üblicherweise an Fish-Boards. Ihre Gestalt ähnelt zwei kleineren, nebeneinander liegenden Pin Tails. Ihre zwei Enden geben dir mehr Halt und Haftung auf der Wasseroberfläche, das ausgeschnittene V mehr Kontrolle während der Turns. Zugleich gibt dir die größere Auflagefläche die Möglichkeit, auch in sanfteren Wellenabschnitten oder eben besonders auf kleinen Wellen deine Geschwindigkeit aufrecht zu erhalten.

 

      1. (6) Zu guter Letzt ist es vor allem auch die Anzahl der Finnen sowie deren Anordnung, welche das Fahrverhalten deines Surfboards beim Wellenreiten beeinflussen. Im oberen Abschnitt wurden bereits alle gebräuchlichen Finnensysteme vorgestellt. Im Folgenden erhältst du nun die dazugehörigen Vorteile und Besonderheiten jeder der fünf Finnenanordnungen im Überblick.
        • Besitzt ein Board keine Finnen, was in der Tat ziemlich gewöhnungsbedürftig erscheint, ist es extreeem loose. Das Surfen auf solchen Brettern ist eine echte Herausforderung (z.B. Alaia Surfboards) und erinnert eher an eine Fahrt auf dem Snowboard. Hat man es einmal aufs Brett geschafft, nimmt man schnell ordentlich Speed auf. Um ungewolltes Drehen zu verhindern und das Brett auf Kurs zu halten, hilft nur: Fuß ins Wasser! Wie auch immer, zum Erlernen von 180° oder 360° Drehungen sind Surfbretter ohne Finnen auf jeden Fall ideal.
        • Auf einem Single Fin-Brett kannst du vor allem auf gerader Strecke und besonders in sehr großen, steilen Wellen hohe Geschwindigkeiten erreichen. Zum Surfen schneller, präziser Turns sind Boards mit einer Finne eher ungeeignet, da sie beim Kurvenfahren bremsend wirkt. Turns fallen in diesem Falle eher weicher aus. Um ausreichend Halt im Wasser zu bekommen, besitzt die einzelne Finne meist mehr Fläche, um einen Spin-Off vor allem in großen Wellen zu vermeiden. Dadurch wird jedoch noch einmal mehr von der Wendigkeit eingebüßt. Um die generell geringe Stabilität eines Single-Fin-Boards zu erhöhen, wird die große einzelne Finne häufig durch je eine kleine Finne am linken und rechten Brettrand ergänzt.
        • Surfboards mit Twin-Fins besitzen eine höhere Stabilität als Single-Fin-Bretter und eine extrem hohe und schnelle Manövrierfähigkeit. Im Vergleich zum Thruster bremsen sie aufgrund der fehlenden Mittelfinne beim Geradeausfahren entschieden weniger und können so auch auf kleineren, kraftlosen Wellen, auf welchen sie üblicherweise zum Einsatz kommen, einfach Geschwindigkeit generieren. Slides sind möglich. das impliziert aber auch, dass Twin-Fins deinem Surfboards weniger Gripp im Wasser bieten.
        • Der Thruster ist die am häufigsten verwendete Finnenanordnung und hat das moderne vertikale Surfen in den letzten 25 Jahren evolutioniert. Der enorme Vorteil ist, dass er die Stabilität der Single-Fin mit der hohen Wendigkeit des Twin-Fins kombiniert. Beim Geradeausfahren bremsen die Seitenfinnen zwar stärker als bei Brettern mit einer oder zwei Finnen, jedoch spielen diese in Kombination mit einer Mittelfinnen ihre Stärke in Sachen Turns voll aus. Sie unterstützen das Einlenken in die Kurve und machen die Aneinanderreihung mehrerer Manöver erst möglich und – für den meisten Spaß bei dieser Art von Surfen – auch einfach notwendig, um Geschwindigkeit beizubehalten. Das Thruster Finnensystem ist dennoch für seinen Einsatz in verschiedensten Bedingungen, also für seine Alltagstauglichkeit bekannt. Ob in 1 Meter Wellen an einem Longboard, für High Performance Manöver an einem Shortboard oder in 6 Meter Wellen an einem Gun – die Kombination aus Stabilität, hoher Wendigkeit und guter Geschwindigkeit eines Thruster erlaubt es, die Fähigkeiten eines jeden Boards genügend auszufahren.
        • Das Quad Finnensystem ist drauf und dran, dem Thruster den Rang abzulaufen. Denn mit dieser speziellen Konfiguration wird es möglich, das einzige Manko – die gebremste Geradeausfahrt – des Thrusters zu verhindern und mehr Geschwindigkeit auf gerade Strecke ohne starke Eigeninitiative zu erlangen, um dich von einem Power Turn in ein noch kraftvolleres Manöver zu katapultieren. Hinzu kommen eine hohe Manövrierfähigkeit und bester Gripp auch in den hohlsten Wellen. Letzteres ist nicht zuletzt der Grund, warum der Quad auf Contests und beim Big Wave Surfen immer beliebter wird. Die beiden Finnenpaar nahe der beiden Rails am Surfboards arbeiten zusammen und generieren Stabilität. Mehr Finnen unter den Füßen bedeuten immer auch automatisch mehr Kontrolle über das Brett , dennoch büßt ein Board mit Quad durch die fehlende Mittelfinne etwas an Halt ein und fühlt sich beim Surfen looser an; eine Eigenschaft, an die man sich ebenso wie an die höhere Geschwindigkeit in der Tat erst einmal gewöhnen muss und die einiges an Können abverlangt.
        • Der Bonzer, eine 5-Finnen-Anordnung, soll das Beste der Single-Fin mit dem Besten des Thruster kombinieren, also zum einen weiche Turns mit mehr Kontrolle und zum anderen eine schnellere Geradeausfahrt mit leichterem Kurveneinlenkverhalten. Neben der großen Centerfinne sorgen zusätzlich jeweils zwei kleine Sitebites für einen flüssigeren Wasserstrom und dadurch zu mehr Drive. Doch trotz einiger Vorteile, welcher ein Bonzer bei bestimmten Wellenbedingungen vorweist, kann er sich nicht ganz so sicher gegen die weiteren Finnenanordnungen behaupten. Zum einen gehen mit mehr Finnen mehr Kosten einher, zum anderen auch mehr Arbeit beim An- und Abschrauben der Finnen, um ungünstigen Transport zu vermeiden.

Die verschiedenen Surfbretter

Die Longboards

Das Longboard – der Riese unter den Surfboards

        • bis in die 1960er Jahre einziges Surfbrett-Modell
        • lange Boards für fast alle Wellenbedingungen: klein bis mittelgroß, langsam und regelmäßig aufbauend
        • Länge: ab 9′ bis 10′ (ca. 2,44 Meter), Breite: 22″, Dicke: 3″ bis 4″
        • Single-Fin, oftmals um zwei kleine Finnen erweitert; relativ dick/großes Volumen, runde Nose
        • viel Auftrieb, hohe Stabilität, gutes Angleiten, geringe Wendigkeit
        • Grenze zum sogenannten Malibu fließend
9'0'' Longboard 9'1'' Longboard9'2'' Longboard

Das Malibu – das größere Einsteigerboard

        • Longboards um 9′ (ca. 2,74 Meter)
        • großes Volumen, sehr lang und breit, runde Nose
        • hohe Stabilität, leichtes Anpaddeln und Angleiten, wenig manövrierfreudig
8'0'' Malibu8'6'' Malibu9'0'' Malibu

 

Das Gun – das Big-Wave-Board

        • langes, schmales und spitzes Brett in Shortboard-Form für schnelle und große Wellen ab 3 m
        • Länge: zwischen 6’6” und 12′
        • hohe Stabilität, hohe Geschwindigkeit
6'6'' Gun8'8'' Gun9'6'' Gun

Die Funshapes

Die Funshapes sind die Bretter, die man am häufigsten – dann jedoch meist als Softtops – in Surfschulen nutzt. Sie sind mit einer Länge zwischen 7’4″ und 8’6″ kürzer als Longboards. Innerhalb der Funshapes gibt es verschiedene Formen. Das häufigste ist das Mini-Malibu. Ihre Handhabung ist relativ einfach, aus welchem Grund sie je nach Form am ehesten für Einsteiger oder fortgeschrittenere Surfer geeignet sind.

Das Mini-Malibu – das kleinere Einsteigerboard

        • Surfspaß in kleinen bis mittelgroßen Wellen
        • Länge: 7′ bis 8′, Breite und Dicke etwas geringer als beim Longboard
        • Single-Fin oder Thruster, geringer Rocker, relativ großes Volumen, runde Nose
        • hohe Stabilität, leichtes Anpaddeln, gutes Angleiten, gering wendig
7'0'' Mini-Malibu7'3'' Mini-Malibu7'6'' Mini-Malibu

 

Das Funboard – der kleine Bruder des Malibu und Mini-Malibu

        • kleine bis größere Wellen
        • Länge: 6’7″ bis 7’6″, Breite: 21–22″, Dicke 2″ 1/2 bis 3″ 1/2
        • kleineres Longboard mit Shortboard-Einflüssen
        • Thruster, geringeres Volumen, größerer Rocker, spitzere Nose, leichter
        • höhere Wendigkeit, dennoch noch leichtes Anpaddeln und gute Wellenausbeute
6'7'' Funboard7'0'' Funboard 7'6'' Funboard

 

Die Shortboards

Das Shortboard – das Profi- bzw. Contest-Brett

        • größere bis große kraftvolle, steile Wellen, Barrels
        • Länge: zwischen 4’9″ und 7′, Breite: 17″ bis 19″, Dicke: 2″ bis 3″
        • Thruster, ausgeprägter Rocker, kleines Volumen, leicht, sehr spitze Nose
        • geringer Auftrieb, schwer anpaddelbar, beste Manövrierbarkeit für schnelle, kraftvolle Manöver
5'8'' Shortboard mit Quad6'2'' Shortboard6'6'' (Semi-Gun)Shortboard

Das Fish – die kleine Brücke zum Shortboard

        • Surfbrett für Onshore-Bedingungen und Turns in kleinen bis kopfhohen, kraftlosen, z.T. unregelmäßigen Wellen, Fluss-Spots, schlechte oder schwierige Surfbedingungen
        • Länge: zwischen 5′ und 6′, Breite: ca. 20″
        • Twin-Fin bis Quad, dicke Rails, großes Volumen, hohe Breite, Swallow-Tail (Heck mit zwei Spitzen)
        • schnelles Angleiten
5'11'' Fish6'0'' Retro-Fish6'2'' Fish

 

Welches Surfboard für Anfänger?

Wenn du die Auflistung der verschiedenen Surfbrett-Typen aufmerksam gelesen hast, dürfte dir ganz schnell klar geworden sein, welches Board für dich am geeignetsten ist, wenn du beim Wellenreiten noch in den Anfängen stehst.

Es sind lange, breite und dicke Bretter, welche für den Anfang für den meisten Spaß beim Wellenreiten sorgen!

Das klassische Einsteigerbrett ist ganz klar das Mini-Malibu. So gut wie jede Surfschule und jedes Surfcamp – auch wir – nutzt diese Art von Surfbrettern überwiegend in Form von Softboards für ihren Unterricht. Durch seine Länge zwischen 7´6´´ bis 8´, seine gute Breite, sein großes Volumen und die runde Nose hat dieses Surfboard einen besonders hohen Auftrieb, liegt durch seine Größe sehr stabil im Wasser und lässt sich relativ schnell Anpaddeln. Eine hohe Wellenausbeute ist dir damit garantiert und du kannst ungestört dein Gefühl für Wellen, dein Gleichgewicht und natürlich den Take-Off bis zu leichten Turns in kleinen bis mittelgroßen Wellen trainieren.

Aber auch leicht fortgeschrittenen Surfern, die über Surfschule und Softboard hinaus sind, wird mit einem Mini-Malibu noch lange nicht langweilig. Als größeres, stabileres, jedoch weniger wendiges Einsteigerboard bietet sich auch das Malibu an, eine kleinere Form des Longboards. Alternativ liefern auch große Funboards für mutige und ehrgeizige Anfänger schnelle Erfolgserlebnisse.

Wie zu Beginn erwähnt, spielt für die Wahl des richtigen Surfboards auch eure Körpergröße sowie euer Gewicht eine Rolle. Mit dieser einfachen Faustformel könnt ihr die Größe eures Einsteiger-Surfbretts berechnen:

Körpergröße + mindestens 30 cm (je nach Gewicht) = Größe des Surfbretts

Welches Surfboard für Fortgeschrittene und Profis?

Fortgeschrittenen Surfern steht eine Menge mehr an verschiedenen Surfbrettern zur Auswahl. Sie entscheiden meist je nach Bedingungen, welches Brett für die jeweilige Session am geeignetsten ist. Es gibt für jede Welle das richtige Brett.

Was gilt, ist, dass du beim Surfen von kleineren Surfbrettern in jedem Falle mehr Brettgefühl und vor allem Kraft zum Anpaddeln benötigst. Höhere Geschwindigkeiten auf dem Wasser und das generieren von mehr Speed durch Pumping sollten dir nicht neu sein.

Wenn du als Fortgeschrittener und Aufsteiger auf Brett-Stabilität und leichtes Angleiten nicht verzichten möchtest, aber zum verbessern deiner Surf-Skills mehr Manövrierbarkeit benötigst, eignet sich das schlankere und agilere Funboard als nächster Schritt und guter Kompromiss.

Hast du die nötigen Fertigkeiten, um den Einstieg auf das Shortboard anzustreben, bietet sich ein Evolution Board, welches noch etwas länger, breiter und dicker ist, aber in der spitzen Nose dem Shortboard gleicht, als bester Übergang an.

Hast du den langwierigen Weg über die vielen „Surfbrett-Stufen“ gemeistert und hast das nötige Wissen und Können, um radikalere Manöver und Turns zu surfen, bist du bereit für das Shortboard mit maximaler Wendigkeit und Manövrierfähigkeit. Die Auswahl an verschiedenen Modellen ist unglaublich groß und soll an dieser Stelle nicht ausgeführt werden.

Für Fortgeschrittene Surfer, denen der Sprung auf das Shortboard noch zu riskant ist, eignet sich, insbesondere für Onshore-Bedingungen sowie kleinere und kraftlosere Wellen, das Fish.

Ebenso von erfahrenen Surfern aber auch schon von fortgeschritteneren Anfängern kann das Longboard gesurft werden. Aufgrund seiner großen Fläche und geringen Wendigkeit wird es durch falsches Handling zum Beispiel bei großem Wind am Strand, aber auch im Wasser schnell ein gefährliches Geschoss und gehört daher nicht in die Hände blutiger Anfänger. Das Longboard stellt nach dem Malibu- oder Funboard-Einstieg zudem eine gemütliche und elegante Variante des Surfens auf kleineren Wellen dar.