Wellenreiten


Wellenreiten – ein Sport der Könige, der weit älter ist, als viele denken

Jack O´Neill weiß es schon längst “Three important things in life, surf, surf, surf”.

Wellenreiten ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus vieler junger Menschen gerückt, selbst wenn sie nicht in ozeannähe leben. Trips an Surfspots auf der ganzen Welt, entweder nach Europa und sogar bis in die USA oder nach Indonesien, werden immer mehr zu den beliebtesten Urlaubszielen von Wassersportbegeisterten.

Doch kaum einer weiss, dass Wellenreiten oder eben Surfen in seiner Urform schon annähernd 4000 Jahre alt ist.

Mit dem “Body-Boarden” begann wahrscheinlich die Entwicklung des Wellenreitens, wo man die Welle ohne Brett, also nur mit dem Körper absurft. Später wurde dann auf Brettern liegend, sitzend oder kniend gesurft, was vorwiegend in Polynesien eine weit verbreitete Art und Weise war.  In der Folgezeit hat es sich dann vor allem auf Tahiti zum „Surfen im Stehen“ weiterentwickelt und sowohl Frauen als auch Männer sowie Kinder gingen ins Meer, um zu surfen.

wellenreiten

 

Zur Zeit der Besiedelung von Ost-Polynesien kam das Wellenreiten dann in dieser Form auf die Marquesas-Inseln, nach Neuseeland, Rapa, auf die Osterinsel und letztendlich auch nach Hawaii. Dort entwickelte es sich schließlich weiter bis hin zur sogenannten Schrägfahrt. Dass das Surfen eine besonders grosse gesellschaftliche Bedeutung hatte, wurde vor allem daran deutlich, dass die Buchten mit den höchsten und besten Wellen für die Könige reserviert waren und für den Rest der Bevölkerung nicht zugänglich waren. Das jährlich stattfindende Makahiki-Fest, bei dem für drei Monate die Arbeit unterbrochen wurde, um Erholung, Sport, Tanz und Festmahle zu genießen, unterstrich wieder die Bedeutung des Surfens: Wellenreitwettkämpfe spielten hier nämlich eine besonders grosse Rolle und es kamen Tausende von Zuschauern. Ausserdem war und ist Wellenreiten auf den Inseln Hawaiis Nationalsport.

 

wellenreiten

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es jedoch einen Bruch in der Surfgeschichte: das Christentum verbreitete sich immer weiter und die hawaiische Kultur wurde unterdrückt: das Makahiki-Fest fand im Jahre 1819 zum letzten Mal statt und das heidnische Brauchtum wurde durch strenge Kirchensitten ersetzt. Auch das Wellenreiten wurde daraufhin als nutzlose, heidnische und unsittliche Handlung angesehen (Männer und Frauen surften zusammen) und es wurde 1823 schliesslich verboten.

Als 1908 der erste hawaiische Surfclub gegründet wurde, setzte eine bis heute nicht endende Ära ein und es verbreitete sich auf der ganzen Welt.

Der Lifestyle des Surfens fasziniert heute viele Menschen und das atemberaubende Gefühl eine Welle abzusurfen wird unter Gleichgesinnten immer wieder zelebriert.